Reisebericht Myanmar – Yangon

Tag 23 Yangon Stadtbesichtigung

Tag 22 war fast ein kompletter Reisetag, da ich über Kuala Lumpur fliegen musste und damit über 9 Stunden unterwegs war.
Nach Mitternacht kam ich mit dem Taxi in China Town von Yangon an und eines der ersten Dinge, die ich wahrnahm, war eine Ratte, die sich vor meinem Hostel über Essensreste hermachte. Na herrlich, dachte ich mir :D.

Eigentlich war das Viertel aber dann mehr als cool. Viele Restaurants, Bars und allgemein viel zu sehen, da die Chinesen für uns sehr ungewöhnliche Snacks wie lebende Maden und Innereien an ihren Ständen anboten. Auch Schweinegehirn sah ich mehrmals auf einer Speisekarte.

Am nächsten Tag erkundete ich die Stadt. Ließ mich von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit treiben – zuerst zu Fuß, dann per Bus, später per Taxi.

Zuerst verschlug es mich in die Sule Pagode. Dort bekam ich ungefragt eine Führung von einem Mönch. Er empfahl mir dann noch einen Tempel mit einem riesigen sitzenden und einen mit einem stehenden Buddha, die recht nahe beieinander lägen und daher gut zusammen besichtigt werden könnten.
Sule Pagode in Yangon

Ich hatte im Hostel einen Reiseführer entdeckt und ihn mir geliehen. Dort las ich, dass man die beiden Tempel gut mit dem Bus erreichen konnte. Nachdem ich mehrere Leute gefragt hatte, in welchen Bus ich einsteigen musste und mich, aufgrund der widersprüchlichen Aussagen, auch noch in mehreren Bussen erkundigt hatte, saß ich endlich im richtigen Bus. Nachdem der Busfahrer wusste, wo ich hinwollte, ließ er mich auch praktischerweise direkt vor den Tempeln aussteigen – fixe Haltestellen gab es nämlich nur bedingt.
Sitzender Buddha

Mein nächster Stopp, dieses Mal zu Fuß, war der Bogyoke Park, der zum Großteil aus einem See besteht.

Ebenfalls aus dem Reiseführer bekam ich den Tipp für mein Mittagslokal. Typisch burmesisches konnte man sich aus verschiedensten Currys einige aussuchen, die es dann mit Reis und Rohkost gab. Zu Beginn gab es zusätzlich eine Gemüse-Kräuter-Suppe. Es schmeckte sehr lecker.

Die Hauptsehenswürdigkeit in Yangon ist die 99 m hohe Shwedagon Pagode. Sie soll Reliquien von vier Buddhas enthalten. Leider wurde an ihr gebaut, als ich da war, sodass die Kuppel von einem Gerüst verdeckt war. Trotzdem ein sehr beeindruckendes Gebäude.
Shwedagon Pagode Yangon

Danach ließ ich mich am Bogyoke Aung San Markt absetzen. Dort gab es in einer großen, mehrstöckigen Halle zum Großteil Schmuckgeschäfte, antike Handwerkskunst und Kunstgalerien, aber auch Stoffe und Kleidung. In Myanmar wird die teuerste Jade der Welt abgebaut und auch Goldvorkommen hat das Land.

Nicht weit davon entfernt war der Bahnhof, wo ich mir noch ein Ticket für den Nachtbus zum Inle See für den nächsten Tag kaufte.

Zum Abschluss eines anstrengenden Tages ging ich zur Massage. Die Besonderheit war, dass in diesem Salon nur blinde Masseure und Masseurinnen arbeiteten. Ich zog, ähnlich wie bei einer thailändischen Massage, einen Anzug an und wurde von Kopf bis Fuß durchgeknetet.

Tag 24 Yangon – Mit der Fähre nach Dala


Im Hostel bekam ich den Tipp, mit der Fähre auf die andere Seite des Flusses zu fahren, denn dort wäre es sehr ländlich und man sehe noch etwas anderes als nur das Stadttreiben.
Leider stellte sich das Ganze als eine reine Touristenabzocke heraus. Dass man für die Überfahrt das 10-fache der Einheimischen bezahlt, lasse ich mir ja noch eingehen, denn es waren trotzdem hin und zurück nur 2,2 €. Bevor ich auf die Fähre ging, wurde ich von einer netten jungen, burmesischen Frau angesprochen, die sich als Guide anbot. Sie meinte, wir könnten uns eine Rikscha mieten und sie zeige mir verschiedene Dinge. Bezahlen müsste ich am Ende nur, was ich geben möchte. Ich willigte ein.
Auf der anderen Flussseite warteten dann schon Fahrer, aller möglichen Fahrzeuge und boten ihre Dienste an. Die junge Frau steuerte zielgerichtet auf zwei Einsitzer-Rikschas zu. 2,2 € sollte eine halbe Stunde Fahrt kosten, was absurd hoch war, denn meine halbstündige Taxifahrt am Vortag war günstiger, und verhandeln könne man auch nicht, da das hier der allgemeine Preis wäre, den alle verlangten.
Ich ärgerte mich da schon etwas, dass ich überhaupt rüber gefahren war. Die Fahrt war dann wenig spektakulär. Wir besichtigten einen Tempel und ein angebliches Waisenkinderdorf. “Angeblich” weil die Geschichte dahinter etwas absurd war. Die Eltern der Kinder seien bei einem Tsunami 2008 gestorben. Meine Recherchen ergaben, dass es wohl ein Zyklon war, aber das wirklich kuriose war, dass die meisten Kinder keine 10 Jahre alt waren. Anschließen konnte man einen Sack Reis für 35 Euro kaufen. Weniger zu spenden war nicht möglich.

Interessant zu sehen war, wie das Dorfleben hier aussah. Die Häuser oder eher Hütten waren meist auf Stelzen gebaut, was aufgrund der Überflutungen während der Regenzeit nötig ist. Um die kleinen Dörfer lagen große Reisfelder.

Nach 1,5 Stunden Fahrt waren wir zurück an der Fähre und ich wurde aufgefordert, nicht nur meine eigene Rikscha zu bezahlen, sondern den gleichen Preis auch nochmal für die einheimische Fremdenführerin. Da platzte mir der Kragen, denn das war so nicht abgemacht und einfach nur ein abgekartetes Spiel. Die drei sahen das aber ganz und gar nicht ein und behaarten auf dem Preis. Nach längerem Hin und Her bezahlte ich meinen Rikscha-Fahrer und gab der Frau einen Betrag, quasi ihren Lohn, von dem sie ihren Rikscha-Fahrer bezahlen sollte. So oder so, ich hab viel zu viel bezahlt und ärgerte mich, dass ich auf so eine Masche hereingefallen war. Der einzige Trost war, dass es im Endeffekt nicht mal 10 € waren und deshalb verschmerzbar.

Auf dem Rückweg vom Fährhafen erkundete ich noch ein paar andere Straßen.
Gemüsehändler in Yangon
Um 4 Uhr wurde ich dann schon zum Bahnhof gebracht. Von dort aus ging es dann 1,5 Stunden zum Busbahnhof, der ein gutes Stück außerhalb von Yangon liegt. In einem “Luxusbus”, der einem modernen Reisebus bei uns ähnelte, aber zusätzlich stark verstellbare Rückenlehnen und auch Fußlehnen hatte, fuhren wir gegen 7 in Richtung Inle See los.
Busse sind mangels guter Zugverbindungen beliebte Reisemittel in Myanmar und so waren auch viele Einheimische mit an Board. Wir hielten alle 2-3 Stunden an einer Art Raststätte. Dazwischen konnte ich erstaunlich gut schlafen.

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