Gokyo Ri Trek und Renjo La Pass

Meine Trekking Route zum Gokyo Ri und über den Renjo La Pass

Renjo La Pass mit Mount Everest im Hintergrund
Viele der bekannten Trekking Touren im Himalaya gehen über 15-20 Tage. Für mich schied eine so lange Tour aus, da ich noch nie länger als 2, 3 Tage am Stück gewandert war und daher nicht einschätzen konnte, wie es mir gefallen würde und ich außerdem ja noch einige andere Länder auf meiner Liste hatte.
Das Everest Basecamp war auch keine Option für mich, da ich in so vielen Blogs gelesen hatte, dass die Route wahnsinnig überlaufen sei, was mir übrigens auch vor Ort noch mehrmals bestätigt wurde.
Das schränkte die Auswahl der Route dann schon erheblich ein.
Schlussendlich war es dann der Tipp einer Freundin, die die Route vor drei Jahren schon gemacht hatte, der mich überzeugte (danke Susi).

Und so sah meine Route aus:

Tag 10: Flug von Kathmandu nach Lukla (2.860 m) und Wanderung nach Phakding (2.610 m)

Um 9 Uhr sollte mein Flug von Kathmandu nach Lukla gehen. Letztendlich startete die Maschine um 14:30 Uhr. Gründe waren, dass der gesamte Luftraum anscheinend für eine Stunde gesperrt war, da der Präsident geflogen war und allgemein “air traffic in Lukla”. Was das zu bedeuten hat und noch ein paar mehr Infos zu den Flügen von und nach Lukla habe ich in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Endlich in Lukla angekommen dauerte meine erste Etappe zwei Stunden. Genau die Zeit, die ich noch hatte, bis es dunkel wurde. Es ging überwiegend bergab, so dass ich die erste Nacht auf 2.610 m in Phakding verbrachte – eigentlich hätte es Monjo werden sollen.

Tag 11: Von Phakding nach Namche Bazar (3.440 m)


Über einige Hängebrücken ging es am zweiten Tag weiter in Richtung Namche Bazar. Die Etappe beinhaltete die ersten Herausforderungen, da es zum Teil recht steil bergauf ging und ich das Gewicht des Rucksacks zum ersten Mal so richtig spürte.
Die Masse an Wanderern hat mich überrascht. Außerdem kamen immer wieder mit Expeditionstaschen beladene Yaks entgegegen, was für zusätzlichen Stau sorgte.

Tag 12: Akklimatisierung-Tour in und um Namche – Everest View Hotel, Khumjung (3.880 m) und Khunde


Der Ort Namche Bazar hat mir gar nicht gefallen – zu überfüllt und kommerziell. Dafür ist die Gegend drum herum herrlich schön, nur ist man da natürlich auch nicht alleine unterwegs ist.
In Namche Bazaar machen nahezu alle Wanderer einen Akklimatisationspause und daher reihte sich auf dem ersten Abschnitt meiner Akklimatisierungstour zum Everest View Hotel Wandergruppe an Wandergruppe.

Später in Khumjung und Khunde sah das zum Glück besser aus. In den beiden Orten kann man sich noch vorstellen, wie ruhig und beschaulich die ganze Gegend früher einmal gewesen sein muss.
An dem Tag sollte man auch nochmal alles nutzen, was man die nächsten Tage vermissen könnte: eine heiße Dusche, frisch gewaschene Klamotten (man kann fast überall waschen lassen), guten Kaffee, Smoothies, etc.

Tag 13 : Von Namche Bazar nach Dhole (4.150 m)


Nicht weit nach Namche Bazar teilt sich der Weg. Links geht es bergauf Richtung Dhole bzw. Gokyo und rechts zum Everest Basecamp. An der Kreuzung gibt es ein Schild.
Von da an wurde es deutlich ruhiger auf den Wegen und man konnte durchatmen.
Das musste ich auch, denn die Höhe machte sich jetzt so richtig bemerkbar und das Atmen fiel mir deutlich schwerer.
Die erste Tour, die mich richtig geschlaucht hat, obwohl ich am frühen Nachmittag schon am Ziel war.

Tag 14: Von Dhole nach Machhermo (4.470 m)


Eine sehr kurze Tour von nur etwa 2,5 Stunden und ich habe auch Leute getroffen, die die Nacht in Machhermo ausgelassen haben und direkt weiter nach Gokyo sind. Für mich wäre es keine Option gewesen, da ich in Dhole und auch Machhermo ganz schön mit der Höhe zu kämpfen hatte, was sich durch Schwindel, Übelkeit und Appetitlosigkeit bemerkbar machte. Zudem hatte ich von Zeit zu Zeit Magenkrämpfe.

Mir hat der entspannte Tag in Machhermo sehr gut getan. Ich habe ein paar Sachen gewaschen, viel gelesen und mir einen Vortrag über die Höhenkrankheit angehört, den es jeden Tag um 15 Uhr in Machhermo gibt.
Am nächsten Morgen fühlte ich mich gut erholt und bereit für ein paar zusätzliche Höhenmeter.

Tag 15: Von Machhermo nach Gokyo (4.780 m) + Akklimatisierung zum vierten See


Eine sehr schöne Etappe, vorbei an zwei Seen, bis man dann Gokyo und den dritten See aus der Ferne erkennen kann.

Es wurde immer kühler und ich konnte trotz herrlichem Wetter nicht mehr ohne Jacke laufen.
Von Gokyo aus läuft man dann noch etwa eine Stunde und ein paar Höhenmeter zum vierten See. Eine schöne Akklimatisierungstour.
Gokyo Ri 4. See

Tag 16: Gokyo Ri (5.357m) zum Sonnenaufgang

Sonnenaufgang auf dem Gokyo Ri
Um 4:15 Uhr ging es los, um die fast 600 hm noch vor Sonnenaufgang zu erklimmen. Der Weg zog sich länger als gedacht, denn trotz leichtem Tagesgepäck machte sich die Höhe deutlich bemerkbar. Ab 5 Uhr wurde es langsam hell und ich musste mich überwinden, mich nicht ständig umzudrehen, um das Bergpanorama und den am Fuße des Berges liegenden See zu bewundern.
Der Aufstieg dauert etwa 2 – 2,5 Stunden und es ist gut, schon oben zu sein, bevor die ersten Sonnenstrahlen über den Berg fallen, denn die letzten Minuten vor Sonnenaufgang sind die schönsten.

Den restlichen Tag ließ ich dann sehr entspannt angehen. Ich frühstückte erst einmal und legte mich nochmal eine Stunde in meinen Schlafsack. Später machte ich einen Abstecher zum Gletscher, der in Richtung Cho La Pass liegt – nicht sonderlich beeindrucken, da mit viel Schutt bedeckt.
Danach genehmigte ich mir ein Stück Kuchen in der “German Bakery”. Ich weiß nicht, woher der Name kommt, aber das Backwarenangebot hat nichts mit einer deutschen Bäckerei gemeinsam. Nett ist, dass es dort einige Bücher und Zeitschriften zum Ausleihen gibt.

Tag 17: Über den Renjo La Pass (5.370m) nach Thame

Die mit Abstand härteste Tour, was weniger an der Länge als am Anstieg zum Renjo La Pass lag. Ich benötigte unzähligen kleine Verschnaufpausen und dachte zwischendurch, ich würde es nicht schaffen. In Nachhinein würde ich mir einen Sherpa für den Tag buchen, was möglich ist, wenn man in den Lodges ein bisschen rumfragt.
Wenn man um 7 Uhr in Gokyo losläuft erreicht man zur Mittagszeit Lunghden, die erste Ortschaft nach dem Pass. Von dort aus sind es noch 2,5 bis 3 Stunden nach Thame.
Renjo La Pass
Eigentlich hatte ich nicht vor bis Thame zu laufen, aber da ich eine nette Bekanntschaft beim Mittagessen gemacht hatte, die noch weiter wanderte und die Ortschaft außerdem recht verlassen und nicht sonderlich einladend wirkte, habe ich mich ihm angeschlossen.
Thame besteht aus mehreren Orten und es war gar nicht so einfach den Hauptort zu finden, da es recht neblig war.
In einer der vielen Lodges stießen wir dann auf die zwei Freunde meiner Bekanntschaft, die aufgrund von Krankheit in Namche Bazar und Dhole zurückbleiben mussten. Es wurde ein netter Abend und ich verbrachte auch die restlichen Tage bis nach Lukla mit den dreien.

Tag 18: Von Thame über Namche Bazaar nach Monjo

Der Tag startete sehr entspannt, wir genossen die Landschaft und schossen viele Bilder. Der Weg schlengelte sich bis zu unserer Mittagslodge bergauf und bergab die meiste Zeit an einem Fluss entlang.

Am frühen Nachmittag erreichten wir Namche Bazar und kehrten in ein Café ein. Danach waren es nochmal drei Stunden bis Monjo.

Tag 19: Von Monjo nach Lukla

Von Monjo nach Lukla geht es viel bergauf und bergab und wir brauchten etwa 4,5 Stunden für die letzte Etappe.

Tag 20: Flug von Lukla nach Kathmandu

Lukla Flughafen

Mein Fazit aus 10 Tagen Gokyo Ri Trek

Die Tour ist sehr abwechslungsreich und bietet atemberaubende Blicke auf den Mount Everest und seine Nachbarn, Nuptse und Lhotse. Die Tagesetappen sind gut machbar und auch in Sachen Akklimatisierung ideal ausgelegt. Besonders schön fand ich die Gegend rund um Thame und Gokyo.

Leider verliefen die ersten drei Tage der Route wie der Everest Basecamp Trek, wodurch extrem viel los war. Was mir auch nicht gefallen hat, ist die Kommerzialisierung der Route, die anscheinend immer weiter voranschreitet. An einem Kontrollpunkt im Nationalpark konnte man sich die Besucherzahlen der letzten Jahre auf monatsbasis ansehen und der Anstieg war seit dem Erdbeben 2015 enorm. Das nutzen die Lodge- und Shop-Betreiber mit zum Teil lächerlich hohen Preisen aus. Da kann es schon mal sein, dass man für eine Rolle Klopapier 2,50€ bezahlt oder für zwei Scheiben Toast mit einer Scheibe Käse 5 €. Diese Preise sind trotz Transportkosten meiner Meinung nach eine Frechheit, besonders wenn man sich das an sich sehr niedrige Preisniveau im Land ansieht.

Wenn man darüber hinweg sieht, ist die Tour ideal für alle, die in relativ kurzer Zeit die 5.000 Höhenmetermarke knacken wollen und den Mount Everest sehen wollen, ohne im Gänsemarsch mit den Menschenmassen zu wandern.

Und weiter geht es mit Tag 21.

2 Kommentare

  1. Respekt, Respekt! Das sind vermutlich unvergessliche Eindrücke – bewahre sie Dir.
    Interessant finde ich Dein Fazit zu dieser Trekking-Tour. Kein Wort mehr von den Strapazen und den inneren Anfechtungen, dafür all das, was für die Erinnerung so bedeutend ist.
    Die Kommerzialisierung der vermeintlich abgelegenen Orte, in denen man sich die pure Natur erhofft ist wohl ein globales Phänomen geworden – Leider. Gut, wenn es dafür aber noch einen Ausgleich gibt.
    Also weiterhin eindrucksvolle und schöne Tage in Deinen Unternehmungen.

    1. Ja, leider begegnet mir die Kommerzialisierung auf meiner Reise oft, aber wer mag es den Leuten, die sonst in ärmlichen Verhältnissen leben, verdenken.
      Vielen Dank für die guten Wünsche.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.