Reisebericht Underground River in Sabang auf Palawan

Strand in Sabang, Palawan

Tag 53 – Anreise auf die Philippinen und Ankunft in Sabang

In einem Nachtflug flog ich von Ho Chi Minh nach Manilla, der Hauptstadt der Philippinen, und von dort aus weiter nach Puerta Princesa auf Palawan. Hier hieß es erst einmal Geld abheben und eine SIM Karte kaufen.
In den meisten Orten auf Palawan gibt es keinen Geldautomaten und auch kein gutes WLAN, deshalb waren diese beiden Dinge essenziell.
Ich hatte mich im Vorfeld schon erkundigt, wie ich am besten nach Sabang käme und wusste, dass ich von Puerto Princesa ein Tricycle zum San Jose Busbahnhof nehmen musste.

Der freundliche Fahrer setzte mich direkt bei einem Jeep ab, in dem schon einige Einheimische saßen. Er fragte mich noch, ob das OK sei oder ich lieber in einem klimatisierten Van fahren möchte, aber ich verneinte und bedankte mich herzlich.
Kurz noch ein Wasser und ein paar Snacks zum Mittagessen gekauft, weitere 10 Menschen mit Reissäcken, Weihnachtsgeschenken und sonstige Gegenständen in und auf den Jeep geladen und schon konnte es losgehen.

Zuerst lief es ganz gut, es war zwar sehr eng, aber der Fahrtwind kühlte und ich konnte sogar ein bisschen lesen, aber nach ungefähr zwei Stunden begannen wir alle 100 Meter anzuhalten und Dinge oder Menschen abzuladen.
Und es kam der Moment, in dem ich mich, eingepfercht zwischen Tüten, Kindern und Gliedmaßen Erwachsener, meine Beine nicht mehr spürend, aber unfähig sie zu bewegen, vor Schweiß triefend, fragte, warum ich mir das antat und nicht einfach einen Touristen-Van genommen hatte. Um ein paar Euros zu sparen? Um den Einheimischen im wahrsten Sinne des Wortes ganz nah zu sein und ein echtes Abenteuer zu erleben? Ich hatte keine Antwort.
Ich beschloss in Zukunft auf etwas komfortablere Verkehrsmittel umzusteigen, was mir leider nicht meine gesamte Zeit auf den Philippinen gelungen ist, aber dazu später mehr.

Öffentliches Verkehrsmittel auf den Philippinen

Am späten Nachmittag erreichten wir endlich Sabang und mir gefiel es auf Anhieb. Ein kleines Dorf, in dem die Kinder auf der Straße spielten, direkt am Meer gelegen.

Sonnenuntergang in Sabang

Ich schlief in einer Art Hostel, hatte aber mein eigenes Zimmer. Die Räume waren zu den Seiten hin mehr offen als geschlossen, mit Holzverzierungen als Wände und Fliegengittern dazwischen. Richtig dicht waren die aber nicht, denn als ich im Halbdunkeln ins Bett ging und den Knoten in den Vorhängen lösen wollte, der sie tagsüber oben hielt, erschrak ich, als ein 30-40 cm großer Gecko an meiner Wand saß. Ich wusste gar nicht, dass diese großen Exemplare auch so problemlos die Wände hochkamen.
Zum Glück hatte ich ein Moskitonetz, sodass ich keine Angst haben musste, dass er in mein Bett kam.

Tag 54 – Underground River in Sabang

Der Grund, warum ich nach Sabang gefahren bin, war der Underground River, der zu den sieben Weltwundern der Natur gehört. Es ist auch möglich, eine Tagestour von Puerto Princesa aus zu buchen, dann muss man aber damit rechnen, dass man sich die Höhle mit 50 weiteren Personen teilen muss, denn aber 10 Uhr wird es voll.

Der Fluss ist 7 km lang und auf 4,2 km befahrbar, was ihn zum längsten schiffbaren Untergrundfluss der Welt macht. Er fließt unter dem 1.027 m hohen Berg St. Paul hindurch.
Das Höhlensystem beherbergt an die Dunkelheit perfekt angepasste Krabben und Fische und schätzungsweise 40.000 Zwergfledermäuse.

Unser Host war sehr freundlich und sammelte alle an einer Tour Interessierten am Morgen ein, sodass wir uns ein Boot zum etwa 5km entfernten Eingang des Underground Rivers teilen konnten und uns somit einiges an Geld sparten.
Mit einem traditionellen philippinischen Auslegerboot fuhren wir etwa 20 Minuten an der Küste entlang, bevor wir Audiogeräte und Helme in die Hand gedrückt bekamen und auf ein kleines Boot umstiegen.

Traditionelles Auslegerboot auf den Philippinen

1,2 km dürfen Touristen in die Riesenhöhle gerudert werden. Über den Audio Guide bekamen wir Informationen zur Entstehung und Entdeckung der Höhle und der Guide auf dem Boot zeigte uns mit seiner Taschenlampe immer wieder besondere Stalagmiten und Stalaktiten, die oft christliche Namen, wie Heilige Maria, oder große Kathedrale trugen.

Underground River Palawan

Den Rückweg wollten wir alle zu Fuß durch den Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark antreten. Leider muss man dafür einen Guide für 200 PHP pro Person (ca. 3,3 €) nehmen, der vollkommen unnötig ist, da der Weg nicht verfehlt werden kann und er auch nichts zusätzlich erklärt. Der Weg war etwas enttäuschend, da er zum Großteil betoniert ist, aber das Ende hat es wieder wett gemacht. Man geht durch einen Mangrovenwald, bevor man an einem wunderschönen Strand herauskommt.

Weg durch den Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark

Strand bei Sabang

Nachmittags lag ich einfach nur faul in einer Hängematte und las ein Buch.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Port Barton.

2 Kommentare

  1. Liebe Elli,
    auch dieser Bericht zeigt wieder, wie eindrucksvoll und abenteuerlich Deine grandiosen Erlebnisse sind. Vielen, vielen Dank. Wir können das gut nachvollziehen und uns unsere eigenen Bilder aus den Texten und Fotos machen, wie im Märchen. Und doch werden uns die Empfindungen und Gefühle im Erleben nicht vermittelbar sein, das geht tatsächlich nur vor Ort und dies ist ja auch der Grund, warum Du diese Reise gemacht hast. Deine Dokumentation werden Dir beim eigenen nachträglichen Lesen diese unvergesslichen Wahrnehmungen sicher wieder hervorrufen.

    Und nun geht dieser Teil Deiner Reise zu Ende, ein neuer Abschnitt folgt. Wir wünschen Euch ein freudiges Wiedersehen und damit eine schöne Weihnachtszeit. Kommt gut ins neue Jahr und dann weiterhin erlebnisreiche Tage, gute Fahrt und mit der geteilten Freude doppelte Freude.
    Liebe Grüße vom verregneten Bodensee, Rosemarie+Reinhard

    1. Danke für all deine/eure lieben Kommentare.
      Ich freue mich wirklich schon sehr auf unseren gemeinsamen Teil der Reise und wünsche euch auch schöne Weihnachten!

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