Reisebericht – Trekking in Hsipaw

Tag 30 – Mit dem Zug von Mandalay nach Hsipaw

Im Hostel in Bagan wurde begeistert von einer Trekking Tour in Hsipaw gesprochen und so entschloss ich mich kurzfristig, mich einer Gruppe von Leuten anzuschließen, die nach Mandalay und von dort aus weiter mit dem Zug nach Hsipaw fahren wollten.

Um 7 Uhr abends kamen wir nach drei Stunden Busfahrt in Mandalay. Wir gingen noch etwas essen und dann gleich ins Bett, denn um 2:30 Uhr klingelte schon der Wecker und es hieß auf zum Bahnhof, der zum Glück nur 15 Minuten Fußweg entfernt lag.

Der Rest der Gruppe hatte sich schon ein Zugticket in Bagan besorgt, ich musste das vor Ort machen. Leider stellte sich heraus, dass es keine „Upper Class” Tickets mehr gab, was für mich bedeutete, dass ich elf Stunden auf einer unbequemen Holzbank verbringen musste. Eigentlich waren es dann nur acht, denn die letzten drei Stunden wechselte ich einfach in die Touristenklasse, denn dort gab es durchaus ein paar freie Plätze.

Der Zug fuhr extrem langsam, es waren nämlich nur gute 200 km, die wir in den elf Stunden zurücklegten.
Zufahrt von Mandalay nach Hsipaw

Die Wagons schaukelten heftig von einer Seite zur anderen, sodass man das Gefühl hatte, der Zug könnte jeden Moment umkippen, oder wenigstens entgleisen. Ein echtes Abenteuer also und auch landschaftlich ganz anderes, als das, was ich bisher gesehen habe. Felder mit gelben Blumen, Mais und Weizen zogen langsam an uns langsam vorbei, im Hintergrund eine sattgrüne Hügellandschaft.

Das Highlight der Fahrt war dann der Goteil-Viadukt, eine im Jahre 1901 von den Amerikanern erbaute Brücke. Sie ist mit ihren 102 Metern die höchste Brücke Myanmars und die größte Eisenbahn-Bockbrücke der Welt. Bevor wir über die Brücke fuhren, wurde die Geschwindigkeit nochmal gedrosselt, vielleicht um die Konstruktion nicht zu sehr zu belasten. Ein mulmiges Gefühl hatten wir schon als wir in Schrittgeschwindigkeit die 689 Meter zurücklegten, aber es ging alles gut.
Zugbrücke auf dem Weg nach Hsipaw

Gegen Nachmittag erreichten wir Hsipaw und checkten in unserem Hostel ein. Leider wurde eine der Gruppe während der Zugfahrt krank, sodass die anderen beschlossen, die Wanderung um einen Tag zu verschieben. Für mich war das keine Option, da ich zurück nach Mandalay zu meinem Flug nach Hanoi musste. Und so meldete ich mich alleine bei dem Veranstalter „Mr. Bike“ zu der Tour am nächsten Tag an.

Tag 31 – Dschungel Trekking Tour mit Übernachtung in einem Baumhaus

Wir waren eine Gruppe von acht Leuten mit sechs verschiedenen Nationalitäten, die sich um 8 Uhr am nächsten Tag bei Mr. Bike trafen.
Mit einem Transporter wurden wir und zwei Guides etwa eine viertel Stunde aus der Stadt gefahren und dann ging es los.
Die ersten zwei Stunden wanderten wir auf einer Art Forstweg in das erste Dorf. Dort besuchten wir eine Vorschule, die von Mr. Bike gebaut wurde. Wir wurden sehr freundlich und interessiert empfangen wurden. Es war Putztag und die gesamte Klasse kehrte vor der Schule den Hof und sammelte Blätter und Äste.

Die beiden Spanierinnen aus unserer Gruppe sangen den Kindern lustige Kinderlieder auf Spanisch vor, zu denen auch eine Art Tanz gehörte. Die Kinder waren begeistert und wollten danach unbedingt auch etwas vorsingen. Wir verstanden ihre Lieder natürlich nicht komplett, aber die Texte enthielten auch englische Zahlen und das burmesische Alphabet. So lernen die Kinder spielerisch die ersten schulischen Inhalte und auch die burmesische Sprache, denn Hsipaw befindet sich im Shan-Staat von Myanmar, in eine eigene Sprache gesprochen wird.

Wir sammelten den Porter ein, der unser Essen trug und es ging in den Dschungel. Auf schmalen Pfaden kamen wir vorbei an Bambus-, Bananen- und Teak-Bäumen. Einer der Guides war früher Förster gewesen und wir bekamen jede Menge Infos über die Pflanzen und auch deren Nutzung. Wir erfuhren, dass der Wald zum Großteil Staatsforst sei, das Holz jedoch von der ländlichen Bevölkerung zum Bau von Häusern und für Feuerholz verwendet werden dürfe. Natürlich nicht das Teak-Holz, denn auf das Fällen eines Teak-Baumes ständen drei Jahre Haft. Auch über die Chinesen ließ sich der ehemalige Förster aus, denn diese würden den Wald abholzen und danach aus dem Gefängnis freigekauft werden.

An einem Bach machten wir Mittag. Es gab ein wunderbares Mahl aus verschiedenen Gemüsesorten und natürlich Reis, der Beilage, die bei keinem Gericht fehlen durfte.

Danach ging es für drei Stunden steil bergauf, bevor wir am Nachmittag die Baumhäuser erreichten.
Es gab drei davon, ein großes Haupthaus mit einem Tisch, Bänken und Liegestühlen, auf dem vier Leute im zweiten Stock übernachten konnten und zwei kleinere Häuser, die nur zum Schlafen genutzt wurden.
Baumhaus im Dschungel von Hsipas

Nachdem wir uns kurz an einer nicht all zu weit entfernten Quelle frisch gemacht hatten, saßen wir in unseren Liegestühlen und sahen uns den Sonnenuntergang an.


Das Abendessen wurde frisch zubereitet und das zog sich etwas. Wir waren alle halb am Verhungern, als uns eine Suppe, Fisch, Fleisch, Blumenkohl, Reiskräcker und Reis serviert wurde. Dazu gab es Tee und Rum. Die Spanierinnen hatten außerdem „Jamon“ dabei, den sie mit allen teilten. Es wurde ein lustiger Abend, der aber früh endete, weil vom Wandern alle sehr geschafft waren.

Tag 32 – Dschungel Trekking Tour – Zurück nach Hsipaw

Am nächsten Tag fiel es uns nicht schwer zum Sonnenaufgang wieder aufzustehen, was sich auch gelohnt hat.

Nach dem Frühstück – es gab wieder Reis mit Blumenkohl und Hähnchen – ging es dann auf einem anderen Weg weiter durch den Dschungel. Zuerst steil bergab, später dann flach und immer wieder mussten wir einen Bach queren und uns durch Gestrüpp kämpfen.
Mittag erreichten wir ein kleines Dorf und bekamen bei einer Familie köstliches Kürbiscurry.

Dann waren es nur noch zwei Stunden, bis wir in dem Dorf ankamen, wo der Transporter auf uns wartete, der uns zurück nach Hsipaw brachte.
Mir hat die Tour wahnsinnig gut gefallen, die Landschaft, der Weg durch den Dschungel, das Baumhaus, die Stimmung. Zusammengefasst: zwei großartige Tage mit einer überragenden Truppe.

Am selben Tag noch machte ich mich mit dem Bus zurück auf den Weg nach Mandalay. Die Fahrt dauerte nur sechs Stunden, was im Vergleich zu den elf Stunden Zugfahrt echt schnell war. Sie war aber sehr unruhig, wodurch sich mehrere Einheimische übergeben mussten. Anscheinend passiere das regelmäßig, da die Burmesen nicht von Kind auf in Autos und Bussen fahren und so nicht an das Gefühl gewöhnt seien. Das hatte uns jedenfalls am Vorabend unser Trekking Guide erzählt. Das sei außerdem der Grund, warum die Busse so extrem heruntergekühlt werden, damit man das Erbrochene nicht rieche. Die Leute nahmen das wirklich sehr locker hin. Es wurde geschlafen, erbrochen und einfach weitergeschlafen. Zum Glück hatte ich keine Probleme.

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