Reisebericht Myanmar – Mandalay

Tag 33 – Sightseeing in Mandalay

Mit der Fähre nach Mingun

Um Mandalay gibt es vier historische Dörfer zu besichtigen. Da ich nur noch einen Tag hatte, bevor mein Flug nach Vietnam ging, entschied ich mich, davon nur Mingun anzusehen und den Rest der Zeit in Mandalay selbst zu verbringen.

Im Hostel erfuhr ich, dass die Fähre für Touristen jeden Tag um 9 Uhr nach Mingun fährt und um 12:30 Uhr wieder zurückgeht. Vor dem Hostel wurde ich angesprochen, ob ich ein Taxi bräuchte und so ergab es sich, dass ich von einem Mann auf einem Motorrad zur Fähre gebracht wurde. Er hatte sogar einen zweiten Helm und der Preis war sehr günstig.
Er schlug vor, dass er mich auch wieder abholen könne und ich willigte ein.

Das Dorf Mingun ist ein Zeugnis von Größenwahn, denn hier wollte König Bodawpaya Ende des 18. Jahrhunderts die größte Pagode der Welt bauen. Nur ein Drittel des Bauwerks wurde bis zu seinem Tod 1819 fertiggestellt und seine Nachfolger legten den Bau auf Eis. Ein Erdbeben beschädigte 1839 das kolossale Gebäude, was das endgültige Aus für die Fertigstellung bedeutete. Heute kann man einen Teil des 50 Meter hohen Ziegelhaufens besteigen.
Tempel in Mingun

Nur einige Meter weiter kann man die größte intakte Glocke der Welt besichtigen, die der König für sein Projekt gießen ließ. Sie ist 3,7 Meter hoch und wiegt 90 Tonnen.
Größte intakte Glocke der Welt in Mingun

Die dritte große Sehenswürdigkeit Minguns ist die weiße Hsinbyume-Pagode, die jedes Jahr nach der Regenzeit neu gestrichen wird.
Hsinbyume-Pagode

Nach der Besichtigung hatte ich noch Zeit, eine Kokosnuss im Schatten zu trinken, bevor es zurück nach Mandalay ging. Dort wartete schon mein Fahrer mit dem Motorrad.
Er brachte mich zurück zum Hostel und wir verhandelten, dass er mich auch noch ein bisschen in Mandalay herumkutschierte, denn ich wollte zum Sonnenuntergang auf den Mandalay Hill und drumherum noch ein paar Tempel ansehen.
Zuvor wollte ich aber unbedingt zur Massage. Nach den zwei Trekkingtagen tat das jetzt richtig gut.

Das größte Buch der Welt

Das größte Buch der Welt in Mandalay
Um halb 4 ging es weiter zur Kuthodaw-Pagode, die das größte Buch der Welt beinhaltet. In 729 Stupas enthalten jeweils eine Marmortafel mit einem Teil der Lehren Buddhas.

Die Lehre Buddhas in einer Steintafel verewigt

Danach hatten wir noch Zeit für die Sandamuni-Pagode, bevor mich der Fahrer den Mandalay Hill hinaufbrachte, von wo ich mir den Sonnenuntergang ansehen wollte.

Mandalay Hill

Der 236 m hohe Berg bietet einen 360° Panoramablick über die Stadt auf der einen und weite Ebenen mit Reisfeldern auf der anderen Seite. Und natürlich, wie soll es auch anders sein, gibt es auch eine Pagode auf dem Hügel.
Als ich zusammen mit etlichen anderen Touristen auf den Sonnenuntergang wartete, wurde ich von einem jungen Mann angesprochen, der mich fragte, ob er etwas mit mir reden dürfe, weil er Englisch üben wolle. Ich war erst etwas skeptisch und fragte mich, was er mir wohl verkaufen wolle, aber schlussendlich hatten wir ein nettes Gespräch. Lustig wurde es, als noch ein paar ältere Spanierinnen dazukamen. Sie konnten nur schlecht Englisch, aber ich packte all meine spanischen Wörter aus und nannte die Orte, die ich in Andalusien besucht hatte, was sie wahnsinnig amüsierte und wir lachten herzlich miteinander. Schon komisch, das war schon das zweite Mal in meinem Urlaub, dass Spanier bei mir einen extrem offenen und herzlichen Eindruck hinterließen. So positiv hatte ich sie bei meinen beiden Urlauben auf dem spanischen Festland nicht erlebt. Naja, wahrscheinlich sind die Leute, die man auf Reisen trifft, einfach immer offener als die Mehrheit der im Land lebenden Menschen.
Sonnenuntergang auf dem Mandalay Hill

Kyauktawgyi Pagode

Kyauktawgyi-Pagode in Mandalay
Nach dem Sonnenuntergang, der aufgrund der diesigen Verhältnisse eher mittelmäßig ausfiel, brachte mich mein Fahrer noch zu einem sehr kitschig beleuchteten Tempel mit einem riesigen Marmor-Buddha. Die Skulptur wurde aus einem einzigen Block Marmor gefertigt und der Legende nach brauchten 10.000 Mann zwei Wochen, um ihn aus dem 19 km entfernten Steinbruch herbeizuschaffen.
Mamor-Buddah in der Kyauktawgyi-Pagode in Mandalay

Danach setzte mich mein Fahrer in einem Lokal zum Abendessen ab, von dem aus ich zum Hostel laufen konnte.
Dort probierte ich endlich den Tealeaf Salad von dem alle so schwärmten. Und mein Essensfazit ist, dass die Burmesen überraschend gute Salate servieren. Nicht nur der Tealeaf Salad, auch der Avocadosalat und der Bambussprossensalat, die es überall gab, sind sehr zu empfehlen.

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