Reisebericht Indien – Fatehpur Sikri, Stufenbrunnen und Dulha

Tag 5 – Fatehpur Sikri, Stufenbrunnen, Dulha

Wieder mussten wir recht früh aufstehen, denn wir hatten eine lange Fahrt vor uns und wollten den Tag trotzdem gut nutzen.

Fatehpur Sikri – Eine Demonstration von Toleranz

Der erste Stopp war Fatehpur Sikri. Die Palastanlagen gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und wurden zwischen 1569 und 1574 erbaut. Um seine Toleranz zu demonstrieren, hatte der damalige Großmogul Akbar drei Frauen, eine Hinduistin, eine Christin und eine Muslimin und jede hatte ihren eigenen Palast auf dem Gelände.

Stufenbrunnen Chand Baori

Eher unbekannt und deshalb auch als Hidden Wonder of India bezeichnet, ist der Stufenbrunnen Chand Baori. Um an sauberes Wasser zu kommen, war es damals nicht unüblich einen Stufenbrunnen bis zum Grundwasser zu bauen. Der Chand Baori wurde im 8. und 9. Jahrhundert errichtet und ist mit 20 m Tiefe der tiefste Stufenbrunnen Indiens. Er umfasst 13 Stockwerke und 3.500 Stufen.

Camping in Dulha

Weiter ging es in das 2000 Einwohner Dorf Dulha, in dem wir zelten wollten. Es stellte sich heraus, dass der “Camping Platz” alles andere als unkomfortabel war. Es gab einen Pool und die Zelte waren wie normale Hotelzimmer mit zwei Betten und in einem abgetrennten Bereich Dusche, Toilette und Waschbecken ausgestattet. Außerdem hatten wir das gesamte Areal für uns alleine, was auch sehr angenehm war.


Zuerst erkundeten wir mit Leihrädern die Gegend. Leider stellte sich heraus, dass der Zustand der Räder sehr zu wünschen übrig ließ. Von 16 Leuten hatten 6 einen platten Reifen. Dass der ein oder andere Reifen platzte war anscheinend keine Seltenheit, denn es gab zwei Begleitmopeds, die jeweils eine Person mitnehmen konnten. Nur die große Zahl der Ausfälle war dann wohl doch überraschend. Nach einem geplanten Stopp bei einem Dorfbewohner mit Hausbesichtigung und Chai Tee, mussten einige der Gruppe mit einem Jeep zurück zum Camping Platz fahren. Naja, ohne diese Platten wäre es sicher nur halb so lustig gewesen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen hatte Abhi, unser Guide, eine Überraschung für uns. Er wollte das Festival der Lichter, Diwali, das Anfang November zelebriert wird, mit uns vorfeiern und hatte dafür ein Lagerfeuer und Feuerwerk organisiert. Jeder bekam Sternwerfer in die Hand und wir konnten ein kleines Feuerwerk, das die Hotelangestellten für uns zündeten, bewundern. Eine sehr nette Idee.

Entgegen meiner Vorstellung, dass es auf dem Lande sicher ruhiger zuging, war die Nacht ganz und gar nicht von Stille geprägt. Neben einer Feier mit lauter Musik bis tief in die Nacht und Gebeten, die von Zeit zu Zeit aus zwei verschiedenen Richtungen kamen, hielt mich eine breite Varietät von Tiergeräuschen wach, bis ich mich entschloss doch noch meine Ohropax zu nutzen.

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