Reisebericht Neuseeland – Rotorua

Von Tauranga in der Bay of Plenty fuhren wir etwa drei Stunden in die Stadt Rotorua, die für ihre geothermische Aktivität und die lebendige Māori-Kultur bekannt ist.

Dampfenden Pools in Rotorua

Charakteristisch ist der allgegenwärtige Schwefelgeruch, an den man sich aber schnell gewöhnt. Weiße Dampfschwaden wabern über Bäche und Tümpel und es brodelt in so manchem Erdloch.

Sogar der Bach direkt hinter unserem Stellplatz auf dem Campingplatz blubberte und rauchte.
In vielen Unterkünften, wie auch auf unserem Campingplatz, gibt es einen kostenlosen Hot Water Pool, der mit Thermalwasser gefüllt wird.

Tag 72 – Wanderung im Redwoods Forest

Am ersten Tag in Rotorua fuhren wir zum Redwoods – Whakarewarewa Forest.
Der 5600 ha große Wald wird oftmals nur „The Redwoods“ genannt, benannt nach den gigantischen kalifornischen Redwoods, die zu Beginn de 20. Jahrhunderts zusammen mit vielen anderen Baumarten zu Forschungszwecken gepflanzt wurden.

Redwoods in Rotorua

Es gibt fünf ausgeschilderte Wanderungen durch den Park. Wir entschieden uns für die längste, den Tokorangi Pa Track, der 11,5 km lang ist.

Wanderwege im Redwoods Forest in Rotorua

Der Weg führte uns zuerst durch die kerzengeraden Redwoods und dann durch sehr abwechslungsreiche Vegetation auf 500 m Höhe, von wo aus man eine schöne Aussicht auf Rotorua und die umliegende Gegend hatte.

Wanderung in den Redwoods in Rotorua

Wanderung im Whakarewarewa Forest

Whakarewarewa Forest bei Rotorua

Neben den Wanderungen kann man in dem Wald noch einiges anderes unternehmen.

Der Redwood Tree Walk ist ein 700 m langer Weg über 28 Hängebrücken, die von Baum zu Baum führen. Für Kinder sicher ganz lustig, mit Ticketpreisen von 19 $ (11,30 €) für Kinder und 29 $ (17,30 €) für Erwachsene aber kein günstiger Spaß.

Pferdefreunde können sich in den Sattel schwingen und an einer der geführten Touren teilnehmen und auch Mountainbiker kommen auf ihre Kosten. Es gibt mehr als 160 km professionell angelegte Singletrails und Waldwege in allen Schwierigkeitsstufen.

Tag 73 – Wanderung um den Blue Lake und Maori Dorfbesichtigung

Endlich war es soweit und unser Kühlschrank konnte repariert werden. Wir fuhren zu einer Adresse in einem Industriegebiet, die man uns per Telefon mitgeteilt hatte. Im Endeffekt war es nur eine Sicherung, die geflogen war. Zur Sicherheit gab uns der freundliche Elektriker noch zwei als Ersatz mit. „Na hoffentlich werden wir die nicht brauchen“, dachten wir uns.

Blue Lake Rundweg

Blue Lake bei Rotorua

Guter Dinge fuhren wir zum 9 km entfernten Blue Lake. Um den See führt ein 5,5 km langer Rundweg, für den man in etwa 1,5 Stunden benötigt. Der Track startet mit einem Aussichtspunkt, von dem aus man neben dem Blue Lake auch den Green Lake sehen kann. Unterwegs trafen wir viele Einheimische, die ihren Hund spazieren führten oder joggen waren.

Besuch in dem Māori Dorf Whakarewarewa

Rotorua ist auch der ideale Ort, um mehr über die Māori, die Ureinwohner Neuseelands zu erfahren.
Wir besuchten Whakarewarewa, eines von mehreren Māori Dörfern in der Gegend, die für Touristen zu besichtigen sind.

Wir bekamen einen Plan des Dorfes und gingen zuerst zu einer Aufführung, bei der traditionelle Lieder gesungen wurden und der typische „Haka“ aufgeführt wurde.

Direkt im Anschluss startete eine Führung durch den Ort, die von einem Māori durchgeführt wurde, der in dem Dorf aufgewachsen war. Wir erfuhren wir, dass es in jedem Dorf Versammlungshäuser gibt, die für verschiedene Zwecke genutzt werden, zum Beispiel für die Beerdigungszeremonien.
Sehr interessant war auch, wie sie sich die heißen Thermalquellen zunutze gemacht haben. Es gibt zum Bäder, in die das hieße Wasser über Abkühlungsflächen geleitet wird. In fast kochenden Becken wird gekocht und in speziellen Erdlöchern werden Speisen gedämpft.

Kochbecken im Whakarewarewa

In dem Café kauften wir uns nach der Führung einen gedämpften Hangi Pie, eine Pastete mit Fleisch, Kartoffeln, Karotten, Kohl und Süßkartoffeln. Dazu gab es einen im Thermalwasser gekochten Maiskolben. Alles schmeckte sehr gut und zum Glück nicht nach Schwefel.

Hang Pie im Kochbecken im Whakarewarewa Village

Danach nahmen wir einen der Wanderwege in dem Areal vorbei an vielen blubbernden und dampfenden Gewässern.

Eine weitere Attraktion auf dem Gelände waren drei Geysire, die in relativ kurzen Zeitabständen ausbrachen. Wir waren gerade auf einem Rundweg als einer Ausbrach und deshalb nicht ganz nah dran.

Geysir im Hang Pie im Kochbecken im Whakarewarewa Village

Zum Abschluss besuchten wir noch die Souvenirläden, in denen es zum Beispiel handgemachte Schnitzereien und Jadeanhänger zu kaufen gab.

Man kann sich auf der Kulturstätte durchaus 2-3 Stunden beschäftigen und die 45 $ (27 €) Eintritt pro Person sind es auf alle Fälle wert.

Unser unspektakuläres Silvester in Neuseeland

Und dann war an diesem Tag noch Silvester. Wir hatten keine Pläne geschmiedet und fanden in der Nähe auch keine Veranstaltung, zu der wir kurzfristig hätten gehen können. Das machte uns aber auch gar nichts aus, wir verbrachten den Abend einfach auf dem Campingplatz, kochten uns etwas Schönes, öffneten eine Flasche Wein und spielten Eye Know, ein Quizspiel. Um 22 Uhr hörten wir auf einmal ein Feuerwerk. Wir dachten zuerst, das wäre das übliche rumgeballere vor Mitternacht, aber da es anhielt, verließen wir den Campervan. Wir wissen nicht warum, aber statt um 0 Uhr wurde ein großes Feuerwerk um 22 Uhr gezündet, das wir glücklicherweise von unserem Platz aus verfolgen konnten.

Silvesterfeuerwerk

Feuerwerk in Rotorua

Eine schöne Überraschung und doppelt gut für mich, denn ich war hundemüde an dem Tag und bin kurz vor der Jahreswende eingenickt.

1 Kommentar

  1. Hallo Elli und Michael,
    das war ja wieder eine tolle Sonntagmorgen-Lektüre. Statt Minustemperaturen und dünne Schneedecke einen heißen Pool, tolle Vorstellung. Wir kennen das von Island und waren immer wieder begeistert. Auch die Nutzungsmöglichkeiten mit dem heißen Wasser sind schlicht genial, Dampfgaren ist ohnehin eine schonende Speisezubereitung.
    Namen, wie Whakarewarewa, auszusprechen, dafür bedarf es vermutlich einige Übung, vielleicht stecken ja auch interessante Botschaften in ihnen.
    Nun kommt vermutlich Euer Finale. Genießt noch schöne, erlebnisreiche Tage, erholt Euch für den hiesigen Alltag, für den Ihr dann auch wieder neu motiviert sein möget (wird vielleicht nicht ganz einfach sein – fehlt doch dann das Gefühl der großen Freiheit).
    Also macht’s gut und vielen, vielen Dank für die wunderbaren Berichte und Bilder, die wir immer gerne lesen und anschauen.
    Liebe Grüße aus dem winterlichen Süden Deutschlands, Reinhard+Rosemarie

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